Aktuelle Bauzinsen: Günstige Immobilienfinanzierung dank Niedrigzinsen

Historisch niedrige Bauzinsen lassen Immobilienkäufer bereits seit geraumer Zeit jubeln. Denn je niedriger die Bauzinsen, desto günstiger ist ein Immobilienkredit. Experten gehen außerdem davon aus, dass sich an dieser Niedrigzinsphase so schnell nichts ändern wird. Dennoch sollten Immobilienkäufer und alle, die es einmal werden wollen, den Markt genau beobachten. Niedrige Bauzinsen führen zu einer hohen Nachfrage nach Immobilien, was wiederum in hohen Kaufpreisen resultiert.

Definition: Was genau sind Bauzinsen?

Der Begriff „Bauzinsen“ bezeichnet die Zinsen, die bei einem Immobilienkredit anfallen. Wenn Sie eine Immobilie kaufen wollen und sich für eine Finanzierung entscheiden, streckt die Bank Ihnen das nötige Geld zwar vor, verlangt dafür aber Gebühren in Form von Zinsen. Wie hoch diese Zinsen ausfallen, hängt zum einen davon ab, welches Risiko Sie selbst als Kreditnehmer mitbringen. Sind Sie beispielsweise selbstständig und haben Sie daher ein stark schwankendes Einkommen, werden die Zinsen eher hoch ausfallen. Sind Sie hingegen verbeamtet und bringen Sie überdurchschnittlich viel Eigenkapital mit, wird die Bank Ihnen einen niedrigen Zinssatz anbieten.

Zum anderen hängen die Zinsen auch von äußeren Faktoren ab, allen voran der Zinspolitik der Zentralbanken. Diese geben den Leitzins vor, an welchem sich die einzelnen Kreditinstitute orientieren. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank – kurz EZB – liegt bereits seit einiger Zeit bei 0 Prozent. Vereinfacht gesagt soll durch diesen Niedrigzins mehr Geld in Umlauf gebracht und die Wirtschaft angekurbelt werden. Aufgrund der niedrigen Zinsen lohnt es sich nicht mehr, Geld auf Tages- und Festgeldkonten zu parken. Die niedrigen Zinsen machen jedoch gleichzeitig die Aufnahme eines Kredits attraktiv, weshalb der Zeitpunkt für den Kauf einer Immobilie besser nicht sein könnte.

Aktuelle Bauzinsen werden für die Berechnung eines Bausparvertrags verwendet.

Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell?

Während Kreditnehmer vor der Finanzkrise im Jahr 2008 noch gut und gerne 7 Prozent Zinsen gezahlt haben, profitieren Kunden momentan von wesentlich niedrigeren Zinsen. Aktuell liegen die Bauzinsen bei etwa 0,9 bis 1 Prozent. Dieser Wert bezieht sich auf eine Standardfinanzierung mit 10-jähriger Zinsbindung und 20 Prozent eingebrachtem Eigenkapital. Bringen Sie mehr Eigenkapital mit oder lassen Sie sich auf eine kürzere Zinsbindung ein, sind auch Effektivzinsen von 0,5 Prozent keine Seltenheit.

Tipp: Wenn Sie verschiedene Kreditangebote miteinander vergleichen, sollten Sie immer den Effektivzins als Kennzahl wählen. Im Gegensatz zum Soll- oder Nominalzins enthält dieser bereits alle zusätzlichen Kosten und Gebühren.

Einflussfaktoren: Wie bestimmt sich die Höhe der Bauzinsen?

Die Höhe der Bauzinsen spiegelt indirekt das aktuelle weltpolitische Geschehen wider. Die Bauzinsen hängen von äußeren Faktoren wie politischen Unsicherheiten und der Finanzpolitik der Notenbanken ab. Zwar sind die Zusammenhänge für Laien nicht immer leicht nachvollziehbar, doch kann es sich für Immobilienkäufer lohnen, sich ein wenig genauer mit der Materie auseinanderzusetzen. So können Sie unter Umständen frühzeitig Warnsignale erkennen, die auf steigende Zinsen hindeuten könnten.

Zinspolitik der Notenbanken

Notenbanken wie die EZB beeinflussen durch ihren Leitzins, welche Zinsen die einzelnen Banken an ihre Kunden weitergeben. Die EZB leiht den Banken Geld und ermöglicht es den Banken wiederum, Geld bei der EZB anzulegen. Hierfür fällt der sogenannte Leitzins an. Aktuell fahren die EZB sowie deren internationale Pendants wie die US-amerikanische Federal Reserve (Fed) eine Niedrigzinspolitik.

Der Leitzins liegt bei 0 Prozent. Möchten Banken Geld bei einer Notenbank anlegen, müssen sie dafür sogar einen Strafzins in Höhe von -0,5 Prozent zahlen. Für die einzelnen Banken ist es entsprechend unattraktiv, Geld zu bunkern. Niedrige Zinsen auf Tagesgeld, Festgeld und Girokonto sollen die Kunden davon abhalten, Geld in größeren Mengen auf Sparkonten liegen zu lassen. Um Geldreserven loszuwerden, versuchen die Banken aktuell, mehr Kredite zu vergeben. Günstige Kreditkonditionen und niedrige Zinsen dienen dabei als Verkaufsargument.

Sie sollten jedoch bedenken: Zwar kann der Leitzins die aktuellen Bauzinsen beeinflussen, doch besteht kein direkter Zusammenhang. Die Banken können auch von der vorgegebenen Niedrigzinspolitik abweichen. So kann es auch vorkommen, dass Leitzins und Bauzinsen nicht parallel zueinander verlaufen. Zuletzt war dies im Jahr 2013 der Fall.

Politische Unruhen und wirtschaftliche Unsicherheit

Der Leitzins ist nicht der einzige Einflussfaktor für die Bauzinsen. Auch die wirtschaftliche und politische Situation hat Auswirkungen auf die Höhe der Zinsen. Wenn die Banken ihre Zinssätze festlegen, orientieren sie sich auch an den Renditen für Pfandbriefe und langfristige Anleihen.

In Zeiten politischer Unsicherheit investieren mehr Menschen in sichere Anlageoptionen. Dazu zählen auch festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen. Je mehr Menschen sich allerdings Staatsanleihen kaufen, desto niedriger fällt die Rendite aus. Diese niedrige Rendite sorgt dafür, dass es für die Bank rentabler ist, ihren Kunden Geld zu leihen anstatt dem Staat. In Zeiten florierender Wirtschaft und politischer Sicherheit hingegen entscheiden sich weniger Menschen für Staatsanleihen. Die Rendite steigt entsprechend, weshalb die Bank lieber dem Staat als ihren Kunden Geld leiht.

Kurzum: Je turbulenter die Zeiten, desto niedriger die Bauzinsen.

Immobilie finanzieren: Wie komme ich an die günstigsten Bauzinsen?

Um Kredite an den Mann zu bringen, werben Banken häufig mit besonders niedrigen Zinssätzen. Wie eingangs bereits erwähnt hängen Ihre persönlichen Zinsen auch maßgeblich davon ab, wie attraktiv Sie für die Bank als Kreditnehmer sind. Lassen Sie sich nicht von Werbeversprechen blenden und vergleichen Sie die Angebote unterschiedlicher Banken miteinander. Mit unserem Immobilienfinanzierungsvergleich können Sie mit wenigen Klicks die Kreditangebote von 450 Banken einsehen und sich so die günstigsten Zinsen sichern.

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Kann ich persönlich von besonders günstigen Bauzinsen profitieren?

Der individuelle Zinssatz eines Baudarlehens orientiert sich letztlich an den persönlichen Voraussetzungen des jeweiligen Kreditnehmers. Dementsprechend unterscheidet sich die Höhe der aktuellen Bauzinsen von Fall zu Fall. Da es sich bei einem Immobilienkredit in der Regel um einen sechsstelligen Betrag handelt, kann es also bei verschiedenen Kreditnehmern trotz gleicher Kreditsumme durchaus zu Abweichungen von mehreren Tausend Euro an Zinskosten kommen. Es gibt verschiedene Faktoren, die in die Bestimmung des persönlichen Zinssatzes einfließen.

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Das konkrete Zinsangebot, das die Bank Ihnen unterbreiten wird, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu zählen beispielsweise Ihre Bonität, die Höhe des Eigenkapitals sowie der Wert der Immobilie.

Einkommen und Bonität

Je besser Ihre Bonität, desto niedriger ist das Risiko für die Bank. Dies belohnt sie in der Regel mit günstigen Kreditzinsen. Die Bank wird hierbei unter anderem auf die folgenden Punkte achten:

Sicherheit des Einkommen (verbeamtet, angestellt oder selbstständig)

Höhe des Einkommens

vorhandenes Vermögen

laufende Kredite

Schulden

Schufa-Score

Gewünschte Kreditkonditionen

Ihr persönlicher Zinssatz hängt auch davon ab, welche Kreditkonditionen Sie sich wünschen. In Zeiten niedriger Bauzinsen empfiehlt es sich beispielsweise, eine lange Sollzinsbindung zu wählen. Steigen die Bauzinsen in der Zwischenzeit an, kann die Bank Ihren individuellen Zinssatz nicht anpassen. Sie profitieren so langfristig von Niedrigzinsen. Die hohe Sicherheit hat jedoch ihren Preis: Je länger die Zinsbindung, desto höher die Zinsen.

Auch die Art des Darlehens spielt eine wichtige Rolle. Ist Ihr Einkommen so hoch, dass Sie den Kredit zum Ablauf der Zinsbindung vollständig tilgen können, wird dies mit niedrigen Zinsen belohnt. Man spricht hier von einem sogenannten Volltilgerdarlehen. Setzen Sie den Tilgungssatz hingegen niedrig an und bleibt am Ende eine hohe Restschuld, müssen Sie mit höheren Zinsen rechnen.

Eigenkapital

Je mehr Eigenkapital Sie mitbringen, desto günstiger ist der Kredit. Den besten Zinssatz bekommen Sie in der Regel, wenn Sie weniger als 60 Prozent des Immobilienpreises fremdfinanzieren müssen. In Expertenkreisen ist hierbei von der 60-Prozent-Kondition die Rede. Teuer wird es hingegen, wenn Sie gar kein Eigenkapital zur Verfügung haben und sich für eine Vollfinanzierung entscheiden. Es kann sich in diesem Fall unter Umständen lohnen, noch etwas zu warten und zumindest so viel Geld anzusparen, dass die Kaufnebenkosten gedeckt sind.

Trends und Aussichten: Wie entwickeln sich die Bauzinsen in Zukunft?

Allen Immobilienkäufern sollte eines klar sein: Niemand kann in die Zukunft sehen. Das macht es jedoch nicht gerade einfacher, den richtigen Zeitpunkt für eine Immobilienfinanzierung zu wählen. Spekulieren Sie beispielsweise darauf, dass die Bauzinsen noch weiter sinken, könnten Sie ein Verlustgeschäft machen. Unter Umständen riskieren Sie durch steigende Bauzinsen und gleichzeitig steigende Immobilienpreise sogar Ihren Traum vom Eigenheim.

Angesichts der aktuellen Lage gehen viele Experten jedoch von einem Seitwärtstrend aus. Politische Unruhen in den USA, der EU-Ausstieg Großbritanniens und nicht zuletzt die Corona-Pandemie lassen vermuten, dass eine baldige Stabilisierung der Märkte nicht in Sicht ist und die Bauzinsen vorerst niedrig bleiben. Teils ist in Zusammenhang mit Bauzinsen auch von Negativzinsen die Rede: Dies würde bedeuten, dass die Banken den Kreditnehmern Geld für die Aufnahme eines Darlehens geben und der Immobilienkäufer am Ende sogar weniger als den Kaufpreis für das Objekt zahlt. Ein derartiges Szenario schließen die meisten Experten jedoch klar aus.

Obwohl die Bauzinsen voraussichtlich nicht so schnell wieder steigen werden, sollten Sie den Immobilienkauf nicht zu sehr auf die lange Bank schieben: Die Bauzinsen beeinflussen auch die Immobilienpreise. Je günstiger sie sind, desto mehr Menschen entscheiden sich für eine Immobilienfinanzierung. Die hohe Nachfrage sorgt dafür, dass die Immobilienpreise gerade in Ballungsräumen weiter ansteigen.

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Fazit: Profitieren Sie jetzt von niedrigen Bauzinsen

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, eine Immobilie zu kaufen, sollten Sie die Gunst der Stunde nutzen und sich die aktuellen Niedrigzinsen sichern. Während Immobilienkäufer in der Vergangenheit noch gut und gerne 7 Prozent an Zinsen gezahlt haben, sind Kreditzinsen von unter 1 Prozent heute keine Seltenheit. Spekulieren Sie darauf, dass die Bauzinsen noch weiter sinken, könnten Sie die Wette verlieren: Immerhin sorgen niedrige Zinsen in der Regel für steigende Immobilienpreise.

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