Was ist ein Forward-Darlehen?

Ein Vertrag wird geschlossen

Das Forward-Darlehen ist eine Anschlussfinanzierung, bei der man sich einen aktuell günstigen Zinssatz für einen späteren Zeitpunkt sichert. Das bedeutet, dass man das Darlehen nicht sofort erhält, sondern erst nach einem zuvor festgelegten Zeitraum.

Vergleich: Forward-Darlehen

Bevor man sich für ein Forward-Darlehen entscheidet, sollte man die verschiedenen Angebote der Banken vergleichen. Dabei sind insbesondere die Zinssätze interessant, denn die Zinsen für ein Forward-Darlehen können deutlich von den Konditionen herkömmlicher Kredite abweichen. Bei dem Vergleich von Forward-Darlehen sind folgende Punkte zu beachten:

der Zinssatz für das Forward-Darlehen
der Zinsaufschlag der Bank
die mögliche Vorlaufzeit

Häufig vergeben Kreditinstitute günstigere Konditionen für ihre Bestandskunden. Es lohnt sich daher, zunächst bei der Hausbank anzufragen. Neben den Zinsen spielen natürlich noch weitere Kriterien eine Rolle. Bei dem Vergleich von Forward-Darlehen sollte man also vor allem darauf achten, dass der Kredit zu den persönlichen Bedürfnissen passt.

Forward-Darlehen berechnen

Wenn man die Kosten für ein Forward-Darlehen berechnen will, muss man sowohl den Zinssatz als auch den Zinsaufschlag berücksichtigen. Aktuell liegt der Zinsaufschlag zwischen 0,02 Prozent und 0,065 Prozent.

Das Forward-Darlegen wird wie folgt berechnet: Der Zinsaufschlag wird mit der Vorlaufzeit multipliziert. Hinzu kommt der Zinssatz, der gesichert werden soll. Das ergibt die jährlichen Zinsen für das Forward-Darlehen. Eine Beispielrechnung:

0,03 % x 60 + 1,5 % = 3,3 % pro Jahr

Die Bank rechnet damit, dass die Zinsen während der Vorlaufzeit steigen. Aus diesem Grund veranschlagt sie bei einer langen Vorlaufzeit einen höheren Zinsaufschlag, um den Verlust, den sie durch den gleichbleibenden Zinssatz macht, auszugleichen.

Tipp

Da die Zinsen aktuell sehr niedrig sind, vergeben einige Banken ein Forward-Darlehen ohne Zinsaufschlag, wenn die Vorlaufzeit nicht mehr als 12 Monate beträgt.

Ab wann lohnt sich ein Forward Darlehen?

Ein Forward Darlehen lohnt sich vor allem während einer sogenannten Niedrigzinsphase. Natürlich sollte man dabei immer darauf achten, dass das Forward-Darlehen inklusive Zinsen zu dem eigenen Finanzbudget passt.

Ein Beispiel:

Vor zehn Jahren wurde ein Darlehen mit einem Zinssatz von 2 Prozent abgeschlossen. Die Zinsbindung beträgt 15 Jahre. Es ist absehbar, dass man für dieses Darlehen in fünf Jahren eine Anschlussfinanzierung abschließen muss.

Der aktuelle Zinssatz liegt bei 1,5 Prozent. Es bietet sich daher an, ein Forward-Darlehen abzuschließen, um nach dem Ende der Zinsbindung von den aktuell günstigen Zinsen zu profitieren.

Forward-Darlehen: Vorteile

Der wohl größte Vorteil des Forward-Darlehens ist die Sicherung der günstigen Zinsen. Anders als bei herkömmlichen Krediten muss sich der Kreditnehmer hier keine Sorgen über Zinsschwankungen machen.
Ein weiterer Vorteil des Forward-Darlehens ist die Planungssicherheit. Bei einem normalen Darlehen kann es sein, dass der Kreditnehmer nach dem Ablauf der Zinsbindung mit höheren monatlichen Raten rechnen muss. Bei einem Forward-Darlehen kann der Kreditnehmer bis zu fünf Jahre vor Ablauf des alten Darlehens die monatlichen Kosten für die Anschlussfinanzierung berechnen.

Forward-Darlehen: Besteht ein Risiko?

Das Forward-Darlehen ist auch mit einem gewissen Risiko verbunden: Es ist nur dann vorteilhaft, wenn die Zinsen tatsächlich steigen. Sollten diese jedoch sinken oder gleichbleiben, hat der Darlehensnehmer durch diese Finanzierung keine Vorteile. Folgende Fragen sollte man sich also im Vorfeld stellen:

Kann man das Forward-Darlehen kündigen?

Für den Kreditnehmer ist es natürlich von Vorteil, wenn man das Forward-Darlehen kündigen kann. Allerdings fallen für eine Kündigung in der Regel zusätzliche Gebühren an, um die Ausfallkosten der Bank auszugleichen.

Kann man eine Sondertilgung für das Forward-Darlehen leisten?

Bei einem normalen Darlehen sind Sondertilgungen zu einem bestimmten Prozentsatz pro Jahr möglich – wie das bei einem Forward-Darlehen gehandhabt wird, muss der Kreditnehmer im Voraus mit der Bank klären.

Kann man den Tilgungssatz ohne Zusatzkosten ändern?

Den Tilgungssatz zu ändern, ist bei einigen Banken und Darlehen ebenfalls möglich, zumeist wird aber auch hier eine Gebühr erhoben.

Wie lange ist die Vorlaufzeit für das Forward-Darlehen?

Die Vorlaufzeiten für Forward-Darlehen bewegen sich zwischen einem und fünf Jahren.

Forward-Darlehen Kosten

Bei einem Forward-Darlehen muss man mit folgenden Kosten rechnen:

Darlehenssumme
Zinsen des Forward-Darlehens
Zinsaufschlag

Bei einem Forward-Darlehen verlangt die Bank einen Zinsaufschlag für die gesicherten niedrigen Zinsen. Bei der Berechnung muss man deswegen genau vergleichen, ob sich das Forward-Darlehen trotz Zinsaufschlag rentiert.

Tipp: Wenn das Forward-Darlehen aufgrund günstigerer Zinssätze bei einer anderen Bank abgeschlossen wird, muss auch die Grundschuld übertragen werden. Dafür wird zumeist eine Gebühr erhoben. Damit verbundene Kosten können von der neuen Bank übernommen werden – das muss vertraglich geregelt sein und natürlich mit der Bank ausgehandelt werden.

Forward-Darlehen kündigen

Es gibt verschiedene Gründe, um ein Forward-Darlehen vertragsrechtlich zu kündigen:

sinkende Zinssätze während der Vorlaufphase
Entscheidung für eine andere Anschlussfinanzierung

Ob ein Forward-Darlehen bei der kreditgebenden Bank gekündigt werden kann, muss vertraglich festgelegt werden. Wer sich diese Option sichern will, muss dies vor Vertragsabschluss mit der Bank absprechen und festlegen. Dann wird ein Forward-Darlehen mit Ausstiegsrecht festgelegt. Das Ausstiegsrecht beim Forward-Darlehen beschreibt das Recht des Kreditnehmers, das Forward-Darlehen bei niedrigeren Zinsen kündigen zu dürfen. Da die Bank durch eine Vertragskündigung einen Ausfall ausgleichen muss, wird sie für die Kündigung des Forward-Darlehens eine Gebühr verlangen. Ob sich die Kündigung des Forward-Darlehens für einen günstigeren Zinssatz lohnt, muss sich der Kreditnehmer vor der Kündigung genau ausrechnen.

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