Was ist die Wohnungsbauprämie?

Ein Pärchen lässt sich beraten

Wer eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen möchte, kann unter gewissen Umständen von der Wohnungsbauprämie profitieren. Diese spezielle Prämie kann dann unter anderem dazu genutzt werden, den Bausparvertrag oder eine vergleichbare Sparanlage aufzuwerten. Wie funktioniert die Wohnungsbauprämie genau?

Die Wohnungsbauprämie existiert in Deutschland schon seit vielen Jahrzehnten. Eingeführt wurde sie im Jahre 1952, um Menschen mit einem niedrigen Einkommen dabei zu unterstützen, sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen zu können. Aber nicht jeder, der eine Immobilie bauen oder kaufen möchte, kann diese Prämie in Anspruch nehmen. Darüber hinaus wird sie nicht direkt in bar an den Bausparer ausgezahlt, sondern kann nur in Verbindung mit einem bestehenden Bausparvertrag auf eben diesem gutgeschrieben werden. Allerdings ist das Bausparen zum aktuellen Zeitpunkt (Stand: April/Mai 2020) nicht sehr attraktiv, da die Zinsen zu niedrig sind, um tatsächlich von einem Bausparvertrag profitieren zu können.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um eine Wohnungsbauprämie beantragen zu können?

Nicht jeder, der ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen oder bauen möchte, kann auch automatisch eine Wohnungsbauprämie beantragen. Verschiedene Bedingungen müssen erfüllt sein: Der Antragsteller muss mindestens 16 Jahre alt sein und er darf nur über ein geringes Einkommen verfügen. Die maximale Höhe des zu versteuernden Einkommens wurde dabei für Alleinstehende auf 25.600 Euro und für Ehepaare auf 51.200 Euro pro Jahr festgesetzt. Wer mehr Gehalt bezieht, darf die Wohnungsbauprämie nicht in Anspruch nehmen. Dementsprechend ist diese spezielle Art der Förderung vor allem für junge Menschen interessant, die sich schon früh für ein Eigenheim entscheiden. 

Was bedeutet zu versteuerndes Einkommen und wie wird es berechnet?  

Das zu versteuernde Einkommen, das maßgeblich über die Zuteilung einer Wohnungsbauprämie entscheidet, entspricht nicht dem Bruttoeinkommen, sondern liegt etwas unter diesem Wert. Zur Berechnung des Einkommens werden im ersten Schritt sämtliche Einkommensarten addiert. Sollte der Bausparer neben dem eigentlichen Lohn noch weitere Einkünfte haben – zum Beispiel aus einer selbstständigen (Neben-)Tätigkeit oder der Vermietung eines Objektes –, werden diese Einkünfte zum Gesamteinkommen hinzugerechnet. Von der Gesamtsumme werden im nächsten Schritt die sogenannten Werbungskosten abgezogen. Dazu gehören beispielsweise Sonderausgaben, Freibeträge für Kinder, sämtliche Vorsorgeaufwendungen (Rente, Versicherungen etc.) und sonstige spezielle und außergewöhnliche Belastungen. Die finale Summe des zu versteuernden Einkommens wird im Steuerbescheid des Finanzamtes aufgeführt. 

Wie hoch ist die vom deutschen Staat geförderte Wohnungsbauprämie?  

Wenn das zu versteuernde Einkommen eines Alleinstehenden die genannten 25.600 Euro im Jahr nicht überschreitet, können mindestens 50 Euro und maximal 512 Euro pro Jahr durch eine Wohnungsbauprämie gefördert werden. Die Förderung auf den Höchstbetrag von 512 Euro beträgt dann 45,06 Euro, was 8,8 Prozent der Einzahlung in den (Bau-)Sparvertrag entspricht. Der Bausparer kann zwar mehr einzahlen, allerdings erhöht sich die Förderung dadurch nicht weiter. Wer hingegen nur 50 Euro pro Jahr ansparen kann, erhält eine jährliche Wohnungsbauprämie von 4,40 Euro. Die Förderung bleibt also immer bei 8,8 Prozent. Für Ehepaare, deren Gesamteinkommen sich unterhalb von 51.200 Euro pro Jahr bewegt, subventioniert der deutsche Staat eine Sparleistung von maximal 1.024 Euro jährlich. Da die Förderung auch hier bei 8,8 Prozent liegt, ergibt sich daraus eine maximale Prämie von 90,11 Euro.

Wichtig

Wer einen Bausparvertrag abschließt, der länger als sieben Jahre läuft, bekommt die Wohnungsbauprämie nur für die letzten sieben Jahre gutgeschrieben. Gleichzeitig darf die Gesamtlaufzeit des Sparvertrages aber auch nicht unter sieben Jahre liegen. Aufgrund dieser recht speziellen Anforderungen ist es empfehlenswert, sich schon vor der Antragstellung ausführlich beraten zu lassen, um in den Genuss der vollen Wohnungsbauprämie zu kommen. 

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