Baufinanzierung trotz negativer SCHUFA?

Ein Pärchen lacht

Um ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen, bemühen sich die meisten zukünftigen Hauseigentümer beim Kreditinstitut ihres Vertrauens um eine Immobilienfinanzierung. Doch was passiert, wenn die Bank bei der Überprüfung der Bonität auf einen negativen SCHUFA-Eintrag stößt? Ist eine Baufinanzierung trotz eines schlechten Scores möglich?

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Baufinanzierung trotz negativer SCHUFA – das müssen Sie beachten

Gemeinhin geht man davon aus, dass die Bank für den erfolgreichen Abschluss einer Immobilienfinanzierung eine hohe Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers voraussetzt. Sprich: Wenn Sie mit Schulden, Problemen mit der SCHUFA oder mit sonstigen laufenden Krediten zu kämpfen haben, wird Ihnen ein Baukredit höchstwahrscheinlich verwehrt. Obwohl ein negativer SCHUFA-Eintrag und eine damit verbundene schlechte Bonität zu Komplikationen führen können, lehnen nicht alle Banken Ihre Kreditanfrage automatisch ab. Ein Hauskredit trotz SCHUFA ist also möglich. Zum einen sind nicht alle Einträge bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA) auch tatsächlich korrekt. Zum anderen schauen sich die Banken sämtliche Einträge genau an und lehnen den Antrag auf eine Immobilienfinanzierung meist nur dann ab, wenn Sie sich schwerwiegende Verfehlungen geleistet haben.

Bevor wir etwas näher auf diese Ausschlusskriterien eingehen, erklären wir Ihnen kurz, wie die SCHUFA funktioniert und was ein schlechter Score tatsächlich bedeutet.

Wie kommt ein negativer SCHUFA-Eintrag zustande und welchen Einfluss hat er auf Ihre Baufinanzierung? 

Bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung handelt es sich um eine sogenannte privatwirtschaftliche Auskunftei. Ihre Hauptaufgabe ist es, ihre Vertragspartner über die Kreditwürdigkeit dritter Parteien zu informieren. Laut eigenen Angaben hat die SCHUFA bisher von mehr als 80 Prozent aller Deutschen Daten gesammelt, die dann beispielsweise Banken oder anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Dabei wird jedem Verbraucher ein sogenannter Score-Wert zugeordnet, der zwischen 1 und 100 liegt. Je niedriger dieser Wert ist, desto höher ist laut SCHUFA die Ausfallwahrscheinlichkeit. Und wie kommt ein negativer SCHUFA-Eintrag zustande? Häufig reicht es aus, wenn Sie Rechnungen nicht bezahlen, anstehende Ratenzahlungen versäumen, eventuelle Mahnungen zu lange ignorieren oder es zu Problemen bei der Rückzahlung eines Kredites kommt.

Der Eintrag bei der SCHUFA bleibt übrigens auch dann bestehen, wenn Sie alle offenen Rechnungen bezahlt haben – und zwar für insgesamt 3 Jahre.

Allerdings kommt es auch immer wieder zu fehlerhaften Eintragungen und Verwechslungen oder die Löschung alter Daten wird vergessen. Daher empfehlen wir, Ihren SCHUFA-Eintrag schon vor der Antragstellung eines Immobiliendarlehens auf Fehler zu überprüfen. Die Einsicht der eigenen Daten ist einmal pro Jahr kostenlos möglich. Falls Sie bei der Überprüfung falsche oder veraltete Einträge entdecken, können Sie eine Berichtigung beantragen, um den Score-Wert zu verbessern und die eigene Bonität wiederherzustellen. Neben diesen Bagatelleinträgen gibt es jedoch auch deutlich problematischere Verstöße, wie zum Beispiel eine Privatinsolvenz. In diesem Fall werden voraussichtlich alle Banken Ihre Baufinanzierung direkt ablehnen. Es gibt allerdings die eine oder andere Möglichkeit, wie Sie trotz eines negativen SCHUFA-Scores einen Immobilienkredit erhalten können. 

Baufinanzierung trotz negativer SCHUFA – wie ist das möglich?  

Falls das Kreditinstitut bei der Überprüfung Ihrer Bonität auf einen negativen SCHUFA-Score stößt, werden Sie im Normalfall darüber benachrichtigt und bekommen die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben. Auch wenn sich der Eintrag als berechtigt herausstellt, ist eine Baufinanzierung in vielen Fällen weiterhin möglich. Wie das funktioniert, zeigt die folgende Übersicht. 

Bürgen einsetzen

Wenn die Immobilienfinanzierung trotz schlechter Bonität gelingen soll, haben Sie die Möglichkeit, der Bank einen Bürgen vorzuschlagen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass dieser Bürge ausreichend solvent ist, um eventuelle Komplikationen bei der Rückzahlung des Baukredites finanziell abfedern zu können.

Zweiter Kreditnehmer

Eine weitere Möglichkeit, um das Baudarlehen trotz fehlender Kreditwürdigkeit zu erhalten, ist ein zweiter Kreditnehmer, zum Beispiel Ihr Ehepartner. Wichtig: Der zweite Kreditnehmer darf keinerlei negative SCHUFA-Einträge besitzen und sollte im Optimalfall auch Eigenkapital vorweisen können.

Hohes Eigenkapital und gesichertes Einkommen  

Sofern Sie gegenüber der Bank nachweisen können, dass Sie ein ausreichend hohes und vor allem gesichertes Einkommen haben, ist eine Immobilienfinanzierung auch mit einem negativen SCHUFA-Eintrag möglich. Gleiches gilt im Falle eines hohen Eigenkapitalanteils, beispielsweise als Folge einer Erbschaft. Diese kann zur Sicherung der Finanzierung verwendet werden.

Darlehen von ausländischen Kreditanbietern

Da der SCHUFA-Score in vielen anderen Ländern keine Rolle spielt, können Sie einen Immobilienkredit grundsätzlich auch bei einer ausländischen Bank aufnehmen. Allerdings sind die Zinsen hier meistens deutlich höher als in Deutschland – und auch die zum Teil stark schwankenden Wechselkurse fremder Währungen können schnell zu Problemen führen. Hier gilt es also, genau hinzuschauen. Eine Baufinanzierung ohne SCHUFA ist auf diese Weise jedoch möglich.

Welche Auswirkungen kann die Baufinanzierung mit einem negativen SCHUFA-Score haben?

Wenn die Bank Ihnen trotz eines negativen SCHUFA-Scores eine Immobilienfinanzierung ermöglicht, müssen Sie einerseits mit höheren Bauzinsen rechnen. Hier sind Zinsaufschläge von 3 Prozent und mehr möglich. So schützt sich das Kreditinstitut vor (Zins-)Verlusten für den Fall, dass es bei der Rückzahlung der vereinbarten Raten zu Komplikationen kommt. Andererseits muss es sich um eine sogenannte werthaltige Immobilie handeln – baufällige Häuser oder Eigentumswohnungen in schlechter Lage könnten hier also zum Problem werden. Darüber hinaus wird die Bank ein gewisses Eigenkapital (mindestens 20 oder besser 30 Prozent des gesamten Kaufpreises) voraussetzen, um das eigene Risiko so gering wie möglich zu halten.

Eine negative SCHUFA ist also nicht grundsätzlich ein Ausschlusskriterium für eine Baufinanzierung. Da Sie jedoch mit deutlich höheren Kosten rechnen müssen und sich über den Zeitraum der Finanzierung keine weiteren finanziellen Verfehlungen erlauben dürfen, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie dieses Risiko tatsächlich eingehen möchten. 

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