Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?

Pärchen und Hund sitzen mit Laptop auf dem Boden

Beim Erwerb eines Hauses, einer Eigentumswohnung oder eines Grundstückes erwarten den Käufer neben dem eigentlichen Kaufpreis noch Nebenkosten. Dazu gehören unter anderem die Notargebühren, der Eintrag ins Grundbuch und die Grunderwerbsteuer (GrESt). Die Höhe der Grunderwerbsteuer orientiert sich am Kaufpreis der Immobilie und ist nach der Beurkundung des unterzeichneten Kaufvertrages einmalig fällig.

Der Erwerb der meisten Immobilien läuft über eine Baufinanzierung. Diese dient allerdings lediglich zur Finanzierung des Kaufpreises für Haus oder Eigentumswohnung. Für die Finanzierung der anfallenden Nebenkosten, zu denen die Maklerprovision, aber auch die Grunderwerbsteuer gehört, ist sie nicht gedacht. Die Grunderwerbsteuer kann – je nachdem, in welchem Bundesland sich die Immobilie befindet – zu einem finanziellen Problem werden, zumal weder eine Stundung noch eine Ratenzahlung möglich ist. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den Betrag im Vorfeld zu berücksichtigen und die anfallende Summe für die Zahlung an das Finanzamt bereitzuhalten.

Erst nachdem die Grunderwerbsteuer dort eingegangen ist, kann die Finanzbehörde eine Unbedenklichkeitsbescheinigung an das zuständige Grundbuchamt schicken. Diese Bescheinigung ist zwingend notwendig, um als rechtmäßiger Eigentümer der Immobilie ins Grundbuch eingetragen werden zu können.

Wer legt die Höhe der Grunderwerbsteuer fest?

Die Höhe des aktuellen Steuersatzes für den Grunderwerb hängt davon ab, in welchem Bundesland sich die Immobilie befindet. Während sie beispielsweise in Bayern und Sachsen bei aktuell 3,5 Prozent liegt, werden in den anderen Bundesländern bis zu 6,5 Prozent erhoben. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro würde das Budget des Käufers dort also mit zusätzlichen 19.500 Euro belastet werden.

Da die Länder den Steuersatz in unregelmäßigen Abständen anpassen, kann es sich lohnen, diese Entwicklung im Auge zu behalten und den Kauf gegebenenfalls zu beschleunigen, um von dem niedrigeren Steuersatz zu profitieren. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie hoch die Grunderwerbsteuer zum aktuellen Zeitpunkt in den verschiedenen Bundesländern ist.

BundeslandSteuersatz Grunderwerbsteuer (Stand: April 2020)
Baden-Württemberg5,0 Prozent
Bayern3,5 Prozent
Berlin6,0 Prozent
Brandenburg6,5 Prozent
Bremen5,0 Prozent
Hamburg4,5 Prozent
Hessen6,0 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern6,0 Prozent
Niedersachsen5,0 Prozent
Nordrhein-Westfalen6,5 Prozent
Rheinland-Pfalz5,0 Prozent
Saarland6,5 Prozent
Sachsen3,5 Prozent
Sachsen-Anhalt5,0 Prozent
Schleswig-Holstein6,5 Prozent
Thüringen6,5 Prozent

Lässt sich die Grunderwerbsteuer reduzieren oder umgehen?

Die Grunderwerbsteuer kann nur in Ausnahmefällen vermieden werden: beim Grundstückserwerb im Todesfall, im Rahmen einer Schenkung und beim Verkauf an Verwandte ersten Grades. Darüber hinaus ist der Erwerb eines Grundstückes steuerbefreit, sofern der Kaufpreis unter 2.500 Euro liegt. Abgesehen davon muss die Steuer bei jedem Kauf einer Immobilie an das Finanzamt entrichtet werden.

Wer die Immobilie vermietet oder geschäftlich nutzt, kann die Grunderwerbsteuer als Betriebs- oder Werbungskosten geltend machen und von der Steuer absetzen. Da der Kaufpreis die Höhe der Steuer bestimmt, kann sie außerdem bis zu einem bestimmten Grad beeinflusst werden.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Wer den Kaufpreis der Immobilie reduziert, indem er bewegliche Extras wie Küche, Gartenhäuser, Markisen oder Sauna gesondert berechnet und für die Immobilie und das Grundstück getrennte Kaufverträge aufsetzt, kann im Optimalfall mehrere tausend Euro sparen. Beim Erwerb einer Eigentumswohnung aus zweiter Hand ist eine Reduzierung des Kaufpreises übrigens auch möglich, wenn man die Instandhaltungsrücklage vom Kaufpreis abzieht. Was im jeweiligen Fall sinnvoll und machbar ist, sollte im Einzelnen mit dem Bankberater oder Makler geklärt werden.

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