Modernes Haus für das ein Privatkredit nötig ist

Was ist ein Privatkredit und wer kann ihn erhalten?

Durch einen Privatkredit erhält der Kreditnehmer einen bestimmten Betrag, welchen er ohne Vorgaben frei verwenden kann. Ganz egal, ob das Geld für einen Urlaub, ein Auto oder andere Anschaffungen genutzt werden soll: Der Kreditnehmer muss keine Rechenschaft über die Verwendung ablegen.

Ein Privatkredit muss mittlerweile nicht mehr zwingend bei einer klassischen Bank aufgenommen werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Kredit von Privatpersonen zu erhalten. Der Privatkredit ist dabei sogar für diejenigen eine Alternative, die keine vermögenden Freunde oder Familienmitglieder haben. Schließlich kann er auch in Form eines Peer-to-Peer-Kredits über spezielle Plattformen von anderen Privatpersonen gewährt werden.

Privatkredit: Was ist das?

Mit dem Begriff „Privatkredit“ ist ein Kredit gemeint, den eine Privatperson (ein Verbraucher) zu nicht geschäftlichen Zwecken erhält – so lautet die gängige Begriffsdefinition im Bankenwesen. Allerdings kann sich hinter dem Begriff des Privatkredits noch eine weitere Kreditform verbergen. Denn auch der Weg der Geldbeschaffung kann „von privat“ sein.

Wird auf die Art der Geldbeschaffung Bezug genommen, ist unter einem Privatkredit ein Verbraucherdarlehen zu verstehen, das durch andere Privatpersonen gewährt wird.

Auch hierbei können Sie die Kreditsumme frei verwenden und etwa für einen Umzug, den Kauf größerer Haushaltsgeräte oder eines Autos nutzen. Außerdem haben Sie als Kreditnehmer die Möglichkeit, sich mit Ihrem Geldgeber besonders flexibel über Rückzahlungsmodalitäten und die Verzinsung zu einigen.

Kredit von privat: Wer vergibt einen Privatkredit?

Es stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung, um sich von einer Privatperson Geld zu leihen:

  1. Sie können sich Geld bei einem Freund oder einem Familienmitglied leihen.
  2. Sie können einen Privatkredit über spezielle P2P-Onlineplattformen aufnehmen.

Das sogenannte Verwandtendarlehen ist sicherlich die bekannteste Form des Privatkredits. Die benötigte Summe wird Ihnen dabei von einem Verwandten, Freund oder Bekannten geliehen. Trotz des gegenseitigen Vertrauens sollten Sie einen Kreditvertrag schließen, um spätere Missverständnisse bezüglich Zinsen und Rückzahlung zu vermeiden.

Die zweite Variante wurde in den letzten Jahren unter dem Begriff „Peer-to-Peer-Kredit“ (P2P-Kredit) immer bekannter und beliebter. Spezielle Internetplattformen dienen dabei als Vermittler und bringen private Geldgeber und Kreditnehmer zusammen. Bekannte P2P-Plattformen sind beispielsweise Giromatch oder Auxmoney. Sie bieten Geldgebern Anlagemöglichkeiten mit attraktiven Zinsen. Gleichzeitig erhalten Kreditinteressenten zusätzlich zur klassischen Bank und zum Verwandtendarlehen eine weitere Möglichkeit, um einen Privatkredit abzuschließen. Wenn Sie einen Privatkredit über eine P2P-Plattform abschließen, wissen Sie nicht, wer Ihnen das Geld geliehen hat – die gesamte Organisation übernimmt die Plattform.

Die Kreditvergabe über ein P2P-Kreditportal erfolgt ähnlich wie die Vergabe eines „herkömmlichen“ Bankkredits: Sie stellen einen Kreditantrag und reichen die geforderten Unterlagen ein. Meist sind die Voraussetzungen, die Sie als Kreditnehmer erfüllen müssen, geringer als bei einer klassischen Bank.

Nach der Prüfung erhalten Sie den Kredit von der Plattform ausgezahlt. Während der Kreditlaufzeit überweisen Sie Ihre monatlichen Kreditraten ebenfalls an die Kreditplattform.

Übrigens:

Selbst wenn Sie einen Privatkredit über eine P2P-Onlineplattform erhalten, ist im Hintergrund eine Bank involviert. Dies hängt damit zusammen, dass die Darlehensvergabe in Deutschland bestimmten rechtlichen Vorgaben unterliegt. Für Sie als Kreditnehmer ist dies jedoch kaum relevant, schließlich erfolgt die Vergabe Ihres Privatkredits dennoch unkomplizierter als auf dem herkömmlichen Weg.

Welche Vor- und Nachteile haben Privatkredite?

Wird Ihnen ein Kredit von privat gewährt, bringt das für Sie als Kreditnehmer gleich mehrere Vorteile mit sich. Diese betreffen dabei sowohl die Gewährung des Kredits als auch die Kreditkosten und Rückzahlungsmodalitäten.

Privatkredit: Vorteile

Im Rahmen eines Verwandtenkredits lässt sich der Kreditvertrag ungezwungen gestalten. Anders als bei Bankkrediten muss hierbei beispielsweise keine Bonitätsprüfung oder Meldung des Kredits bei der Schufa erfolgen. Darüber hinaus werden Freunde oder Verwandte in der Regel keine Sicherheiten fordern und deutlich weniger Zinsen verlangen als eine Bank.

Falls Sie ein P2P-Portal verwenden, ist der Kreditvergabeprozess eher mit dem einer klassischen Bank vergleichbar. Gleichzeitig können die zu erfüllenden Vorgaben hierbei deutlich geringer sein, auch eine Schufa-Auskunft entfällt oft . Im Gegenzug sind dafür die Zinsen meist etwas höher als bei einer Bank. Da sich die einzelnen Portale sehr unterscheiden, lohnt sich ein Vergleich.

Privatkredit: Nachteile

Ein Privatkredit hat nicht nur Vorteile. Schwierigkeiten können sich insbesondere dann ergeben, wenn Missverständnisse bezüglich der vereinbarten Kreditkonditionen entstehen. Das ist oft dann der Fall, wenn der Kreditvertrag nur mündlich geschlossen wurde. Aus diesem Grund ist es wichtig, auch bei Verwandtendarlehen die Kreditvereinbarung inklusive Kreditsumme, Zinshöhe und Rückzahlungsmodalitäten eindeutig und schriftlich festzuhalten.

Ein weiterer Nachteil des Privatkredits liegt im erhöhten Überschuldungsrisiko für den Kreditnehmer. Denn oft wird vor der Kreditvergabe keine oder zumindest keine allzu strenge Bonitätsprüfung durchgeführt. Auf den ersten Blick erscheint das für viele Kreditinteressenten als Vorteil. Bei genauerem Hinsehen können sich hieraus jedoch große Nachteile ergeben. Schließlich wird vor der Kreditvergabe nicht geprüft, ob sich der Kreditnehmer den Kredit überhaupt leisten kann. Es besteht also die Gefahr, sich unwissentlich eine zu große finanzielle Last aufzubürden und sich zu überschulden.

Was geschieht, wenn der Kreditnehmer die Raten des Privatkredits nicht mehr zahlen kann?

Das größte Risiko für den Kreditgeber besteht darin, dass der Kreditnehmer die vereinbarten Raten nicht oder nicht pünktlich zahlen kann.

Eine klassische Bank errechnet daher vor der Kreditvergabe im Rahmen der Bonitätsprüfung das zu erwartende Ausfallrisiko. Dieses gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit welcher der Kreditnehmer die Kreditsumme nicht zurückzahlen kann. Ist die Bonität schlecht und das Ausfallrisiko hoch, erteilt die Bank keine Kreditzusage.

Damit schützt die Bank nicht allein sich selbst, sondern auch Sie als Kreditnehmer. Schließlich werden Sie davor bewahrt, sich finanziell zu übernehmen.

Bei einem Privatkredit hingegen fällt das „Sicherheitsnetz“ der Bonitätsprüfung weg. Haben Sie falsch kalkuliert oder ändert sich Ihre finanzielle Situation, kann es passieren, dass Sie die Raten Ihres Privatkredits nicht mehr zahlen können. In diesem Fall müssen Sie auch bei einem Privatkredit Verzugszinsen für den Zeitraum zahlen, in dem Sie den Kredit nicht ordnungsmäßig bedienen konnten. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Kreditgeber auf die Verzugszinsen verzichtet.

Darüber hinaus hat auch ein privater Kreditgeber die Möglichkeit, den Kredit im Falle ausbleibender Rückzahlungen zu kündigen. Diese Möglichkeit erhält er gemäß § 498 BGB dann, wenn der Kreditnehmer zwei aufeinanderfolgende Raten ganz oder teilweise nicht zahlt. Kündigt der Kreditgeber den Kreditvertrag, so wird die gesamte Restschuld in einer Summe fällig.

Bedenken Sie außerdem: Wird ein Privatkredit nicht vereinbarungsgemäß zurückgezahlt, kann auch ein privater Kreditgeber ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten. Im schlimmsten Fall kann das Mahnverfahren die Pfändung eines Teils Ihres Einkommens zur Folge haben sowie zusätzliche Kosten verursachen.

Bildnachweis: Dmitrii Pridannikov / Shutterstock.com

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