Eine Frau bearbeitet ihre Selbstauskunft

Was ist eine Selbstauskunft?

In einer Selbstauskunft informieren Verbraucher einen Dritten über ihre wirtschaftlichen Verhältnisse. Üblich ist die Auskunft unter anderem bei der Kreditaufnahme oder dem Anmieten einer Wohnung. Im Folgenden erfahren Sie, welche Arten der Selbstauskunft es gibt, welche Informationen das Dokument enthält und welche Bedeutung es für einen Kreditantrag hat.

Welche Daten stehen in der Selbstauskunft?

In der Regel erhalten Sie einen Fragebogen, in dem Daten zu Ihren persönlichen Verhältnissen und Ihrem Einkommen abgefragt werden. Folgende Angaben können bei einer Selbstauskunft abgefragt werden:

  • Name
  • Anschrift
  • Geburtsdatum
  • Angaben zum Arbeitsverhältnis (Beschäftigungsbeginn, berufliche Stellung)
  • Regelmäßige Einnahmen (Gehalt, Lohn, Rente, Unterhalt, Mieteinnahmen)
  • Regelmäßige Ausgaben
  • Vermögen
  • Verbindlichkeiten

Nicht immer fragen Dritte alle hier aufgelisteten Daten ab. Handelt es sich um eine Mieterselbstauskunft, ist es nicht erforderlich, Angaben über regelmäßige Ausgaben zu machen. Geht es hingegen um die Selbstauskunft bei einem Immobilienkauf, benötigt die Bank genaue Informationen über Ihre Einnahmen- und Ausgabensituation und Ihre finanziellen Verhältnisse.

Welche Arten von Selbstauskünften gibt es?

Welche Art der Selbstauskunft erforderlich ist, hängt von dem konkreten Vorhaben ab. Dies sind die wichtigsten Zwecke:

  • Selbstauskunft für Kreditanfragen
  • Auskünfte für Mietgeschäfte
  • Auskünfte für Versicherungen
  • SCHUFA-Auskunft
Gut zu wissen

Die Institution, bei der Sie die Selbstauskunft vorlegen müssen, händigt Ihnen üblicherweise ein Formular aus, auf dem alle wichtigen Fragen notiert sind. Auch wenn ergänzende Unterlagen einzureichen sind, ist das vermerkt.

Für welchen Zweck benötige ich eine Selbstauskunft?

Selbstauskunft bei Immobilienfinanzierung

Besonders umfangreich ist die Selbstauskunft für eine Baufinanzierung. Wenn Sie einen Immobilienkredit beantragen, nimmt die Bank eine umfangreiche Bonitätsprüfung vor. Auf Grundlage Ihres monatlichen Budgets, Ihres Vermögens und Ihrer beruflichen Stellung trifft der Kreditgeber eine Kreditentscheidung. Wichtig ist, dass Sie die monatliche Finanzierungsrate problemlos aus Ihrem Einkommen tragen können. Üblich ist die Vorlage der letzten 3 Gehaltsabrechnungen sowie weiterer Nachweise.

SCHUFA-Selbstauskunft als Ergänzung

Banken, Telekommunikationsunternehmen, Versandhäuser oder andere Unternehmen sind der SCHUFA angeschlossen. Sie melden dort vertragsrelevante Daten ihrer Kunden. Dazu zählen unter anderem Kreditverbindlichkeiten, Laufzeiten, Leasingverträge oder Konten bei Versandhäusern. Zudem melden die Unternehmen Störungen bei der Rückzahlung wie Mahnbescheide, Kreditkündigungen oder Insolvenzen. Um sich ein Bild von Ihrer wirtschaftlichen Lage zu machen, ist die SCHUFA-Auskunft daher bei Kreditanträgen Bestandteil der Selbstauskunft. Banken fragen Ihre Daten nach Erteilen Ihres Einverständnisses direkt bei der SCHUFA an.

Selbstauskunft für Vermieter

Vermieter verlangen in der Regel ebenfalls eine SCHUFA-Bonitätsauskunft. Wenn Sie sich für eine Mietwohnung bewerben, müssen Sie die Auskunft üblicherweise selbst kostenpflichtig bei der SCHUFA anfordern und an den Vermieter weitergeben. Der SCHUFA-Bonitätscheck enthält nur Informationen, die für den Vermieter relevant sind, und ist nicht so umfangreich wie die SCHUFA-Abfrage für eine Kreditaufnahme.

Neben der SCHUFA fragen Vermieter bei Interessenten zudem weitere relevante Daten ab. Entscheidend ist, dass ein berechtigtes Interesse bestehen muss, um diese Informationen zu erhalten. Fragen zum Arbeitsverhältnis oder dem Einkommen sind wahrheitsgemäß zu beantworten, da der Vermieter nur auf diese Weise erkennen kann, ob Sie die Miete bezahlen können. Unzulässig sind Fragen, die auf Ihre Lebenssituation abzielen, zum Beispiel zu Ihrer Lebensplanung, wie oft Sie Besuch bekommen oder ob Sie Mitglied eines Mietervereins sind.

Selbstauskunft bei Versicherungsabschluss

Versicherungen legen Ihnen bei Abschluss eines Vertrags ebenfalls häufig eine Selbstauskunft vor. Hier sind jedoch üblicherweise keine Angaben über Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse, sondern über Ihren Gesundheitszustand gefragt. Verschiedene Erkrankungen haben Einfluss auf die Absicherung, sodass Sie verpflichtet sind, wahrheitsgemäße Informationen zu erteilen.

Welche Bedeutung hat die Datenschutz-Grundverordnung im Zusammenhang mit der Selbstauskunft?

Als Verbraucher haben Sie nach den Regelungen der Datenschutz-Grundverordnung DSGVO das Recht, sich über die Daten zu informieren, welche die SCHUFA oder andere Auskunfteien über Sie gespeichert haben. Einmal jährlich können Sie daher kostenfrei eine entsprechende Auskunft im Rahmen der DSGVO anfordern. Stellen Sie bei einer Überprüfung falsche Informationen fest, ist die SCHUFA zur Korrektur verpflichtet.

Fazit: Selbstauskunft als wichtiger Bestandteil bei der Kreditgewährung

Die Selbstauskunft spielt in verschiedenen Bereichen eine wesentliche Rolle für die Entscheidung eines potenziellen Vertragspartners. Ein Vermieter zum Beispiel kann sich anhand Ihrer Angaben ein Bild von Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen machen und prüfen, ob Sie in der Lage sind, die monatliche Miete zu tragen.

Besonders entscheidend ist die Selbstauskunft bei der Beantragung einer Immobilienfinanzierung. Es geht dabei um hohe Summen, sodass die Bank Ihre Einnahmen und Ausgaben sehr genau unter die Lupe nimmt. Auch bereits bestehende Kreditverbindlichkeiten und Ihre Vermögensverhältnisse sind in diesem Zusammenhang entscheidende Kriterien.

Sie sollten die Selbstauskunft daher sorgfältig und wahrheitsgemäß ausfüllen und keine Angaben verschweigen. Gibt es Unstimmigkeiten oder falsche Informationen, führt das unter Umständen zu einer Ablehnung Ihres Kreditantrags.

Bildnachweis: simona pilolla 2 / Shutterstock.com

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